Das als 'Mittelmeertyp' bezeichnete Klima kommt nicht nur im Mittelmeerraum vor, sondern insbesondere
auch in Kalifornien, Chile, der Kapregion Südafrikas und in Westaustralien. Diese subtropische,
warmgemäßgte Klimazone ist eine klimatische Übergangszone, die im Winter unter dem Einfluß der
Westwinde steht und im Sommer unter dem Einfluß der Passate.
Der Sommer ist in den westlichen Randgebieten kontinental und in den östlichen maritim. Der Winter dagegen ist maritim im Westen und kontinental im Osten.
Eigenschaften: Heiße, trockene Sommer mit langer Sonnenscheindauer und Niederschläge mehr oder weniger erst
in den milden Wintern.
Ein bekanntes Ereignis ist das Auftreten des Scirocco, eines meist heißen, trockenen und staubreichen Wüstenwindes, der nach dem Überqueren des Meeres
allerdings auch ziemlich schwül sein kann. Die Ursache für dieses Ausbrechen heißer Luft aus
der Sahara sind im Mittelmeerbecken nach Osten ziehende Tiefdruckgebiete.
Zuerst einige Eckdaten:
West-Ost-Erstreckung ca. 4000 km von ca. 5° W bis 35° E
Mittlere Tiefe ca. 1.500 m
Max. Tiefe ca. 3.700 m (westl. Becken)
Mittlere Salinität ca. 3,85 %
Mittlere Temp. des Oberflächenwassers ca. 13°C im Winter, bis zu 26°C im Sommer
Mittlere Temp. des Tiefenwassers rel. konstant 13°C
Bei der Betrachtung von Wasserkreislauf und -haushalt spielt die Form und Aufteilung des Mittelmeerbeckens
eine wichtige Rolle: durch die nur rund 300 m tiefe Schwelle an der Straße von Gibraltar wird der Wasseraustausch mit dem Atlantik stark eingeschränkt.
Eine Teilung in ein westliches und ein östliches Becken erfolgt durch die nur 420 m tiefe Straße von Sizilien.
Die Verdunstung übersteigt die Niederschläge und den Zufluß über die Flüsse bei weitem. Die daraus resultierende
negative Wasserbilanz wird durch einen kontinuierlichen Zustrom von Atlantikwasser durch die
Straße von Gibraltar ausgeglichen.
Das an der Oberfläche einströmende Wasser ist kühl (ca. 15°C) und relativ salzarm (3,62 % S).
Auf seinem Weg nach Osten erwärmt es sich - durch Verdunstungsverluste steigt auch die Salzkonzentration.
Gäbe es keine Kompensation durch in den Atlantik abfließendes Tiefenwasser, würde das Mittelmeer
in etwa 2000 Jahren austrocknen. Dem Einstrom an der Oberfläche steht ein Gegenstrom in der
Tiefe gegenüber.
Die Straße von Gibraltar ist also nicht nur das Tor zum Mittelmeer, sondern auch dessen Lebensader.